Aufruf zur »Sabotage von digitaler Infrastruktur«

Bis Ende Juli 2026 ist die Ausstellung »Antifascism: Now« in der städtischen Münchner Kunsthalle Lothringer 13 zu sehen. Die Ausstellung ist der Auftakt zu einem langfristigen (bis 2028), interdisziplinären Projekt in München und in mehreren Städten insbesondere im Osten und Südosten Europas. Eine finale Ausstellung soll 2028 im Ludwig Forum Aachen stattfinden. »Antifaschismus wird hier als komplexe und dynamische Praxis verstanden, die Erinnerungspolitik, Aktivismus und künstlerische Produktion miteinander verwebt und Raum für zukünftige gesellschaftliche Transformation schafft.« (lothringer13.com) Antifaschismus werde nicht nur als Widerstand gegen rechtsextreme Bewegungen verstanden, sondern als »aktiver, vielschichtiger Kampf gegen autoritären, rassistischen, imperialen, antisemitischen und kolonialen Strukturen der Gegenwart«.

Damit solle Antifaschismus als »Solidaritätsbegriff erneuert, normalisiert und seiner aktuellen Dämonisierung entzogen werden?« Das Internet-Portal Nius (nius.de, 3.2.26) hat sich die Ausstellung genau angesehen. Die gesamte Bandbreite der Antifa ist repräsentiert. Besonders auffällig auf der Ausstellung ist eine Gruppe mit dem rätselhaften Namen »Error 417 Expectation Failed«, die offen zu Sabotage aufruft und hierfür – als Kunst getarnte – Anleitungen bereit stellt: An den kahlen weißen Wänden der städtischen Münchner Kunsthalle hat die Gruppe Sprüche angebracht wie etwa »Wie man einen V-Ball baut«, »Denke darüber nach, welche Gebäude in deiner Region Autorität haben«, »Observiere ihre Schutz-Qualitäten« und »Finde heraus, mit was du davon kommst«. Auch eine Anleitung zur Sabotage der ICE-Hotline – der Telefon-Hotline der amerikanischen Abschiebebehörde – hat sie an den Wänden angebracht. Unfaßbar.

Unfaßbar deshalb weil das angesehene Goethe-Institut, der die Veranstaltung mit 83.000 Euro Steuergeld bezuschußt hat, zu den »Kooperationspartnern« der Ausstellung gehört. Die besondere Pointe: Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, eröffnete die Ausstellung persönlich.

„Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“

Augustinus